Die Fraktion FDP/Bürgerliste macht die Benachteiligung Dortmunds beim Affenpocken-Impfstoff erneut zum Thema. In einem Antrag an den Rat wird die Landesregierung aufgefordert, Dortmund bei der weiteren Verteilung des Impfstoffes zum Schutz vor Affenpocken entsprechend der Einwohnerzahl zu berücksichtigen.

Dortmund sei während der ersten Auslieferung des Impfstoffs zum Schutz vor Affenpocken ohne Impfstellen gewesen, so dass zunächst in der drittgrößten Stadt in NRW kein Impfstoff zur Verfügung stand.

Aufgrund des komplizierten Verfahrens für die Zulassung von Praxen niedergelassener Ärzte als Impfstellen seien Universitätskliniken und somit die Städte mit solchen Kliniken bevorzugt worden. Dies habe zu einer ungleichen Versorgung im Rheinland und in Westfalen beigetragen – zu Lasten Westfalens.

Inzwischen gebe es eine Impfstelle bei einem niedergelassenen Arzt in Dortmund. Bisher (Stand 16.9.2022) habe diese Praxis 300 Impfdosen erhalten. Lege man die Bevölkerungszahl zu Grunde, müsste Dortmund von den bisher vom Bund eingekauften Dosen anteilig aber etwa 1.800 Dosen erhalten. Diese Berechnung trage noch nicht einmal dem Umstand Rechnung, dass der Bevölkerungsanteil der laut STIKO Impfberechtigten in Großstädten tendenziell höher ist als in ländlichen Regionen. Somit bestehe weiter eine ungerechte Verteilung des Impfstoffs zu Lasten Dortmunds.

Unter den laut STIKO Impfberechtigten seien vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Die Lokalpolitik und die Verwaltung hätten in der Vergangenheit oft ihren Einsatz für die LSBTI-Community in Dortmund unterstrichen. In diesem Fall gelte es, den Worten auch Taten folgen zu lassen und sich seitens der Kommunalpolitik für die Interessen der Dortmunder schwulen und bisexuellen Männer einzusetzen.